In seiner Studie „Digital Business Hub FrankfurtRheinMain: Nutzbare digitale Infrastrukturen – Garant für Wachstum der digitalen Wirtschaft“ weißt das Digital Hub FrankfurtRheinMain nach, dass der Ausbau der digitalen Infrastruktur direkt das Wirtschaftswachstum ankurbeln.

 

Digitale Wirtschaft

Der Glasfaserausbau in Deutschland stockt auf unterstem Niveau – Verkehrsminister Andreas Scheuer hat deswegen einen „Relaunch des Breitbandförderprogramms“ vorgelegt. Wie sehr der Ausbau der digitalen Infrastruktur der Wirtschaft hilft, hat das Digital Hub FrankfurtRheinMain e.Vanhand der „Digital Business Hub FrankfurtRheinMain: Nutzbare digitale Infrastrukturen – Garant für Wachstum der digitalen Wirtschaft“-Studie nachgewiesen. Folgende allgemeine Ergebnisse hat die Studie ermittelt:

 

  1. Digitale Infrastrukturen sind die Basisinfrastrukturen von Global Cities.
  2. Digitale Infrastrukturen sorgen nachhaltig für BIP-Wachstum.
  3. Digitale Infrastrukturen tragen zum Beschäftigungsanstieg bei.
  4. Digitale Infrastrukturen liefern in einer Metropolregion aufgrund ihrer Wertschöpfung einen Beitrag zum Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Höhe von mindestens einem Prozentpunkt.
  5. Hohe Konzentrationen an digitalen Infrastrukturen wachsen in führenden Metropolregionen, verstetigen sich und generieren eine Sogwirkung.
  6. Nutzbare, digitale Infrastrukturen gestalten in Metropolregionen innovative Plattformen, die das Vertrauen der Nutzer (Communities) gewinnen.
  7. Nutzbare digitale Infrastrukturen sind hoch vermascht und stellen keine Silo-Strukturen dar.
  8. Nutzbare, digitale Infrastrukturen ziehen lukrative Arbeitsplätze in einer Metropolregion an.
  9. Digitale Infrastrukturen reduzieren operative Geschäftsrisiken lokal wie international für Industrie 4.0 Anwendungen.
  10. Digitale Infrastrukturen und insbesondere Rechenzentren sind keine umweltschädlichen Energieverschwender.

 

Für die Studie wurde speziell der Raum Frankfurt am Main betrachtet, nicht zuletzt, weil allein die rund 40 professionellen Rechenzentrumsanbieter im Stadtgebiet von Frankfurt in Summe mehr Strom verbrauchen als der Flughafen. Man geht davon aus, dass der Verbrauch sogar um das eineinhalbfache des Airports ansteigen wird. Frankfurt-Rhein-Main ist damit der „Global Digital Hub #1“. Die IP-Kapazität ist mit nahezu 50 TB/s die weltweit höchste und macht die Region zum „digitalen Rückgrat Deutschlands“. Die kommerzielle Rechenzentrumsfläche in Frankfurt-Rhein-Main wächst in den kommenden 18 Monaten voraussichtlich um über 30 Prozent auf mehr als 600.000 qm an.

 

Forderungen aus der Studie

Die Studie mahnt an, den Glasfaserausbau neben dem LTE- und 5 G-Ausbau zügig voranzutreiben – auch und gerade im Kernbereich von Frankfurt am Main, wo die Studienautoren „weiterhin Lücken in der Breitbandversorgung“ ausmachen. Andere internationale Metropolregionen wie Amsterdam, Dublin, Helsinki, London oder Luxemburg seien da weiter. Der Ausbau sei auch notwendig, um die in Zukunft generierte Datenmenge verarbeiten zu können: Deren Zunahme verlaufe exponentiell, 90 Prozent aller im Internet zirkulierenden Daten seien weniger als zwei Jahre alt.

Trotz dieser vielversprechenden Aussichten für Rechenzentrumsanbieter bleibe der Ausbau einer leistungsfähigen, nutzbaren Gigabitinfrastruktur das „Sorgenkind“. Industrie 4.0 gelinge nur dort, wo eine hohe Dichte an Expertenwissen auf eine hohe Vernetzungs- und Rechenkapazität treffe. Erst so sei es Unternehmen möglich, bedarfsgerecht die digitalen Infrastrukturen in Cloud-Geschwindigkeit zu skalieren.

Für Großrechenzentren bedeutet dies, dass sie zum Rückgrat einer globalen, hochvernetzten, digitalen Wirtschaft werden, da hier die Verkehrsströme beliebig rasch und beliebig hoch skalieren können – vorausgesetzt, die breitbandige Vernetzung steht. Denn digitale Infrastrukturen sind „stets wegeabhängig“. Die Studienautoren gehen davon aus, dass mit der zunehmenden Digitalisierung aller Arbeits- und Lebensbereiche spezielle Netzwerk-Transport-Dienstleistungen zunehmend softwaredefiniert sein müssen. „Dies führt zu einer Absenkung von Handelshemmnissen, dies wiederum ermöglich eine interkontinentale Verschiebung von Wertschöpfungsketten und damit können rasche Verschiebungen von BIP-Volumenpotenzialen weltweit geschehen.“

 

Dr. Thomas King, CIO bei DE-CIX im Interview

Im Interview geht Dr. King u.a. auf die Stärken des Standortes Frankfurt für die Rechenzentrumsbranche ein. Weiterhin erläutert er seine Meinung zum Relaunch des Breitbandförderungsausbau’s und deren Bedeutung für die digitale Infrastruktur.

 

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